Jagdgesellschaft Hüttlingen

Aktuell

Afrikanische Schweinepest nähert sich der Schweiz

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist eine hochansteckende Virusinfektion, die zu hoher Sterblichkeit in Haus- und Wildschweinpopulationen führt. Mittlerweile ist die ASP in Westpolen bis auf 21 km an die Grenze zu Deutschland herangerückt. Bisher war die Erkrankung nur im Osten von Polen aufgetreten. Das Risiko eines Eintrages von ASP nach Deutschland ist nach Einschätzung des Friedrich-Löffler-Institutes weiterhin als „hoch“ einzustufen. Sprünge der ASP über größere Entfernungen wie in Polen oder zuvor nach Belgien (September 2018), Ungarn (Oktober 2019) oder auch in die Tschechische Republik (Juni 2017), verdeutlichen das bestehende Risiko einer Einschleppung nach Deutschland oder in die Schweiz gerade durch menschliches Handeln.

Die Afrikanische Schweinepest ist eine Erkrankung, die nur Schweine (Haus- und Wildschweine) befällt. Sie wird direkt von Tier zu Tier oder indirekt über kontaminierte Gegenstände (dies beinhaltet auch Lebensmittel) übertragen. Das Virus ist hochresistent bei niedrigen Temperaturen und kann bis zu 6 Monate in ungekochten Schweinefleischprodukten überleben. Die Afrikanische Schweinepest ist keine Zoonose und kann somit nicht auf den Menschen übertragen werden. Es besteht jedoch eine Ansteckungsgefahr für unsere Haus- und Wildschweine durch kontaminierte, weggeworfene Speisereste, zum Beispiel an Autobahnraststätten und auch durch Jagdtrophäen aus Gebieten (zum Beispiel Ukraine, Weißrussland, Litauen, Polen, Lettland und Estland), in denen die Afrikanische Schweinepest ausgebrochen ist.

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Marder können sehr lästig sein

In unseren Dörfern ist nachts der Steinmarder unterwegs. Er ist ein ausgesprochener Kulturfolger, der gern klettert und auch mühelos eine Backsteinmauer erklimmt. Sein ungeniert lautes Benehmen auf Dachböden sowie die Schäden an Autos und Gebäuden machen ihn unbeliebt. Marder nutzen kleinste Lücken ab rund 5 Zentimetern und machen sich ihre Gänge und Nester im Isolationsmaterial von Gebäuden. Grundbesitzer dürfen Marder, die sie schädigen, in Gebäuden und Räumen ganzjährig erlegen. Beim Marder dürfte eine Marderfalle für den Lebendfang das Mittel der Wahl sein, da Totschlagfallen in der Schweiz nicht erlaubt sind. Grundsätzlich gilt für den Marder eine Schonzeit vom 16. Februar bis am 31. August. Die Wurfzeit ist in der Regel im April und Mai. Massnahmen von Grundeigentümern gegen Marder während der Aufzucht können zum Tod der Jungtiere führen, was oft sehr unangenehme Geruchsimmissionen zur Folge hat. Sie sollten deshalb ausserhalb der Schonzeit erfolgen. Nachhaltig helfen nur bauliche Massnahmen. Wichtig ist, dass mit einer Sanierung sämtliche Zugangsmöglichkeiten unterbunden werden. Dabei sind auch lose Ziegel zu befestigen und auf Gebäude überhängende Äste zurückzuschneiden.

Wildschäden auch durch Biber

Der Biber wurde in der Schweiz im 19. Jahrhundert ausgerottet. In den 1960er Jahren hat man ihn im Seebachtal ausgesetzt. In den vergangenen zehn Jahren wurde ein starkes Ansteigen der Population beobachtet. Die Thur ist heute vollständig besiedelt. Die Seitenarme werden ebenfalls vom Biber zurückerobert. Der Bestand im Kanton wird auf 300 - 350 Tiere geschätzt. In jüngster Zeit treten vermehrt Schäden an Wald, landwirtschaftlichen Kulturen sowie Wasser- und Strassenbauten auf. Der Biber ist seit 1962 bundesrechtlich geschützt. Für die Vergütung der Schäden kommen Bund und Kanton (ohne Beteiligung der Jagdgesellschaften) auf. Der Biber gehört zur Ordnung der Nagetiere. Er ist ans Wasser gebunden und in der Nacht oder in der Dämmerung aktiv. Im Kanton Thurgau wurde eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die ein Informationsblatt erarbeitet hat. Anlaufstelle bei Konfliktfällen ist Roman Kistler, Jagd- und Fischereiverwaltung des Kantons Thurgau, Spannerstrasse 29, 8510 Frauenfeld.

Schonzeit bei den Wildschweinen

Von Anfang März bis Ende Juni gilt für die Wildschweine eine Schonzeit. Sie dürfen während dieser Phase nur sehr eingeschränkt und insbesondere nicht im Wald bejagt werden. Der Grund liegt beim Nachwuchs. Dieser kommt in der Zeit von März bis Mai nach einer Tragzeit von rund 115 Tagen zur Welt. Falls das Weibchen zu einer Rotte gehört, trennt es sich von dieser und geht seinen eigenen Weg, bis die Jungen groß genug sind, um mit der Rotte mitzuhalten. Das Weibchen wählt vor der Geburt sorgfältig den Ort für ein Geburtsnest aus. Diese so genannten Wurfkessel sind häufig in Richtung Süden exponiert, so dass sie von der Sonne erwärmt werden. Die Bache polstert das Nest mit Gras aus und baut anschließend eine Art Dach. Im Durchschnitt bringen Weibchen etwa sieben Jungtiere zur Welt. Weibchen verteidigen ihre Jungtiere energisch. Dabei kann es auch zu Angriffen auf Menschen kommen.

Gute Hygiene schützt vor dem Fuchsbandwurm

Der Fuchsbandwurm ist ein kleiner Bandwurm, der beim Menschen eine lebensgefährliche Wurmerkrankung auslösen kann. Mit dem Kot von Fuchs und Hund, seltener von Katzen, können Eier der Bandwürmer ausgeschieden werden. Menschen stecken sich durch den Kontakt mit infizierten Tieren oder durch verunreinigte rohe Lebensmittel an. Das Infektionsrisiko ist tief. In der Schweiz kommt es bei Menschen jährlich zu etwa 10 bis 20 Neuerkrankungen. Betroffen ist vorwiegend die Leber. Zwischen der Infektion und dem Ausbruch der Krankheit können Jahre verstreichen. Mögliche Infektionsquellen sind ungewaschene, roh konsumierte Beeren, Fallobst, Gemüse, intensiver Kontakt mit Erde oder Gras, direkter Kontakt mit Füchsen oder mit infizierten Hunden. Zur Vorbeugung wird empfohlen, bodennah wachsende Waldfrüchte (Beeren, Pilze usw.) sowie Gemüse, Salat und Beeren aus Freilandkulturen und Fallobst vor dem Verzehr gründlich zu waschen, oder besser noch zu kochen. Nach Arbeiten mit Erde sind die Hände gründlich zu waschen. Hunde, die Mäuse fangen, müssen monatlich entwurmt werden. Ob beim Menschen eine Infektion vorliegt, kann mit einer Blutuntersuchung geklärt werden, bevor die Krankheitssymptome auftreten. Solange sich die Infektion in einem Frühstadium befindet, kann der Parasit durch eine Operation meist vollständig entfernt werden. Ein Merkblatt für Hundehalter findet sich unter:
Merkblatt für Hundehalter

Nachwuchs beim Rehwild

Rehwild hat eine ungewöhnlich lange Tragzeit. Das befruchtete Ei entwickelt sich erst nach einer Eiruhe von viereinhalb Monaten. Die Kitze kommen im Mai und Juni zur Welt. Das weibliche Reh bringt ein oder zwei Kitze zur Welt, die durch Längsreihen weißer Flecken gekennzeichnet sind. Diese Zeichnung verliert sich im Laufe der Zeit. Unmittelbar nach der Geburt werden die Kitze vom Muttertier durch Lecken gesäubert und so weit wie möglich geruchsfrei gemacht. Bereits 20 Minuten nach der Geburt beginnen Rehkitze mit den ersten Gehversuchen. Etwa eine Woche bleibt das Rehkitz im hohen Gras zurück, während das Muttertier äst und zur Fütterung zurückkehrt. Menschen, die Kitze in dieser Lage antreffen, halten sie häufig für vom Muttertier aufgegeben. In dieser Zeit sind sie besonders durch Fressfeinde gefährdet. Auch die Felder und Wiesen mähenden Landwirte treffen in dieser Zeit öfter auf ein Kitz, welches trotz des Lärms nicht flieht. Deshalb sind beim Mähen vorbeugende Massnahmen zur Wildrettung unbedingt erforderlich, um tödliche Verletzungen von Rehkitzen zu vermeiden. Zwei Tage nach der Geburt kann ein Rehkitz laufen, nach drei Wochen ist es in der Lage zu rennen und zu springen.

Die Zecken sind wieder aktiv

In der warmen Jahreszeit sind die Zecken, auch Holzböcke genannt, aktiv. Sie können Krankheitserreger übertragen, die zum Teil zu gefährlichen Krankheiten führen. Dazu gehören insbesondere die Bakterienerkrankung Lyme-Borreliose und die Viruserkrankung Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Seltener können Fälle von Ehrlichiose oder Babesiose auftreten. Die Region Frauenfeld gehört zu den FSME-Hochrisikogebieten. Für den Schutz vor FSME steht eine Impfung zur Verfügung.

Zecken halten sich in Bodennähe (bis ca. 80 cm ab Boden) auf. Es empfiehlt sich, geschlossene Schuhe und Hosen zu tragen. Weiter soll man auf den Wegen bleiben und nicht durch das Unterholz oder Wiesen streifen. Nach einem Spaziergang im Wald oder in Waldnähe sucht man am besten den Körper ab und entfernt die Tiere, bevor sie sich festgesaugt haben. Empfehlenswert ist es weiter, nach dem Aufenthalt im Wald zu duschen und sich kräftig mit dem Frotteetuch trocken zu reiben.

Es gibt seit kurzem Kleidungsstücke (u.a. Socken, Hemden, Hosen), die Zecken abwehren sollen.

Ausführliche Informationen finden sich unter http://www.zecken.ch.