Jagdgesellschaft Hüttlingen

Aktuell

Ja zum ausgewogenen Jagdgesetz

Am 17. Mai 2020 stimmen wir auf Bundesebene über das neue Jagdgesetz ab. Es handelt sich um eine ausgewogene und fortschrittliche Vorlage. Natur- und Tierschutz werden gestärkt. Der Schweizerische Bauernverband, die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für Berggebiete, JagdSchweiz und zahlreiche weitere Organisationen und Institutionen unterstützen die Revision. Der National- und Ständerat haben klar zugestimmt. Pro Natura, BirdLife Schweiz, Gruppe Wolf Schweiz, WWF Schweiz und zooschweiz haben das Referendum ergriffen. Stein des Anstosses ist der Wolf. Von den Gegnern wird das neue Gesetz als „Abschussgesetz“ oder „Ausrottungsgesetz“ bezeichnet, was nicht zutreffend ist.

Das Gesetz sieht vor, dass die Kantone nach Anhörung des Bundesamtes für Umwelt im Zeitraum vom 1. September bis 31. Januar eine Bestandesregulierung für Wölfe vorsehen können. Solche Regulierungen dürfen den Bestand nicht gefährden und müssen erforderlich sein. Die Kantone können weiter Massnahmen gegen einzelne Tiere anordnen, die verhaltensauffällig sind oder eine Gefährdung von Menschen darstellen. Grundsätzlich ist die Rückkehr des Wolfs zu akzeptieren. Die aktuellen Vorkommnisse rund um den Wolf im Grenzgebiet der Kantone St. Gallen und Thurgau zeigen aber, dass ein absoluter Schutz unrealistisch ist. In einem dichtbesiedelten Land muss sichergestellt sein, dass Weidetiere wie Schafe, Kühe und Pferde gut geschützt leben können. Auch in Deutschland hat der Bundestag mit den Stimmen von Union und SPD neue Regeln für den Wolf beschlossen, nachdem neben Schafen auch Rinder und Pferde angegriffen wurden und ein Kindergarten wegen eines aggressiven Wolfs geschlossen werden musste.

Afrikanische Schweinepest nähert sich der Schweiz

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist eine hochansteckende Virusinfektion, die zu hoher Sterblichkeit in Haus- und Wildschweinpopulationen führt. Mittlerweile ist die ASP in Westpolen bis auf 21 km an die Grenze zu Deutschland herangerückt. Bisher war die Erkrankung nur im Osten von Polen aufgetreten. Das Risiko eines Eintrages von ASP nach Deutschland ist nach Einschätzung des Friedrich-Löffler-Institutes weiterhin als „hoch“ einzustufen. Sprünge der ASP über größere Entfernungen wie in Polen oder zuvor nach Belgien (September 2018), Ungarn (Oktober 2019) oder auch in die Tschechische Republik (Juni 2017), verdeutlichen das bestehende Risiko einer Einschleppung nach Deutschland oder in die Schweiz gerade durch menschliches Handeln.

Die Afrikanische Schweinepest ist eine Erkrankung, die nur Schweine (Haus- und Wildschweine) befällt. Sie wird direkt von Tier zu Tier oder indirekt über kontaminierte Gegenstände (dies beinhaltet auch Lebensmittel) übertragen. Das Virus ist hochresistent bei niedrigen Temperaturen und kann bis zu 6 Monate in ungekochten Schweinefleischprodukten überleben. Die Afrikanische Schweinepest ist keine Zoonose und kann somit nicht auf den Menschen übertragen werden. Es besteht jedoch eine Ansteckungsgefahr für unsere Haus- und Wildschweine durch kontaminierte, weggeworfene Speisereste, zum Beispiel an Autobahnraststätten und auch durch Jagdtrophäen aus Gebieten (zum Beispiel Ukraine, Weißrussland, Litauen, Polen, Lettland und Estland), in denen die Afrikanische Schweinepest ausgebrochen ist.

Weitere Informationen

Paarungszeit bei den Füchsen

Die Paarungszeit bei den Füchsen, Ranzzeit genannt, ist im Januar und Februar. Die Füchsin, auch Fähe genannt, bringt nach einer Tragezeit von 50 bis 52 Tagen im Schnitt 3 – 5 Junge zur Welt. Die Jungen sind bei der Geburt blind und haben ein Gewicht von 80 - 160 Gramm und sind damit etwa so gross wie ein Maulwurf. Nach 12 bis 14 Tagen öffnet der Nachwuchs die Augen. Im Alter von 4 bis 6 Wochen werden die Kleinen entwöhnt und sind mit 4 Monaten bereits selbstständig. Die Geschlechtsreife erreichen Füchse mit etwa 10 Monaten. Nach rund einem Jahr verlassen die Jungen die Mutter, um sich ein eigenes Revier zu suchen. Ein heiseres Bellen in der Nacht dient der Kontaktaufnahme, Rüde und Fähe rufen sich zusammen. Die Rüden beteiligen sich mehr oder weniger an der Aufzucht der Jungen; in den meisten Fällen helfen sie, indem sie Raub herbeitragen.

Marder können sehr lästig sein

In unseren Dörfern ist nachts der Steinmarder unterwegs. Er ist ein ausgesprochener Kulturfolger, der gern klettert und auch mühelos eine Backsteinmauer erklimmt. Sein ungeniert lautes Benehmen auf Dachböden sowie die Schäden an Autos und Gebäuden machen ihn unbeliebt. Marder nutzen kleinste Lücken ab rund 5 Zentimetern und machen sich ihre Gänge und Nester im Isolationsmaterial von Gebäuden. Grundbesitzer dürfen Marder, die sie schädigen, in Gebäuden und Räumen ganzjährig erlegen. Beim Marder dürfte eine Marderfalle für den Lebendfang das Mittel der Wahl sein, da Totschlagfallen in der Schweiz nicht erlaubt sind. Grundsätzlich gilt für den Marder eine Schonzeit vom 16. Februar bis am 31. August. Die Wurfzeit ist in der Regel im April und Mai. Massnahmen von Grundeigentümern gegen Marder während der Aufzucht können zum Tod der Jungtiere führen, was oft sehr unangenehme Geruchsimmissionen zur Folge hat. Sie sollten deshalb ausserhalb der Schonzeit erfolgen. Nachhaltig helfen nur bauliche Massnahmen. Wichtig ist, dass mit einer Sanierung sämtliche Zugangsmöglichkeiten unterbunden werden. Dabei sind auch lose Ziegel zu befestigen und auf Gebäude überhängende Äste zurückzuschneiden.

Wildschäden auch durch Biber

Der Biber wurde in der Schweiz im 19. Jahrhundert ausgerottet. In den 1960er Jahren hat man ihn im Seebachtal ausgesetzt. In den vergangenen zehn Jahren wurde ein starkes Ansteigen der Population beobachtet. Die Thur ist heute vollständig besiedelt. Die Seitenarme werden ebenfalls vom Biber zurückerobert. Der Bestand im Kanton wird auf 300 - 350 Tiere geschätzt. In jüngster Zeit treten vermehrt Schäden an Wald, landwirtschaftlichen Kulturen sowie Wasser- und Strassenbauten auf. Der Biber ist seit 1962 bundesrechtlich geschützt. Für die Vergütung der Schäden kommen Bund und Kanton (ohne Beteiligung der Jagdgesellschaften) auf. Der Biber gehört zur Ordnung der Nagetiere. Er ist ans Wasser gebunden und in der Nacht oder in der Dämmerung aktiv. Im Kanton Thurgau wurde eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die ein Informationsblatt erarbeitet hat. Anlaufstelle bei Konfliktfällen ist Roman Kistler, Jagd- und Fischereiverwaltung des Kantons Thurgau, Spannerstrasse 29, 8510 Frauenfeld.